Schauspiel ohne Netz
Improvisationstheater ist, wenn man in
einem voll besetzten Saal auf die Bühne geht, ohne vorher zu wissen, was dort geschehen wird. Die Spontaneität und Kreativität der Spieler sind die Grundlage, auf der immer wieder
ungewöhnliche Geschichten vor den Augen der Zuschauer neu gefunden werden. Improtheater erfordert eine sehr enge Teamarbeit der Mitspieler - nicht die genialen Ideen des Einzelnen,
sondern das Zusammenfügen aller kreativen Beiträge der Spieler, macht diese Theaterform für Spieler und Zuschauer interessant.
Improtheater ist ein sehr lebendiger Entstehungsprozess:
sind die gerade entstandenen Geschichten einmal beendet sind sie auch schon vergessen, und werden nicht wiederholt. Improtheater ist eine sehr schnelle, spontane Form des Theaterspielens
und erfordert von den Spielern oft auch sehr viel Mut zum Risiko. Doch eben dieses Risiko, auch scheitern zu können, dass Geschichten auch misslingen, ist ein Grundprinzip des
Improtheaters. Die Qualität des Improvisationstheaters wird geprägt durch Spontaneität, die Sensibilität, Schnelligkeit, Intelligenz und Offenheit aller beteiligten Improspieler. Das
gemeinsame Erleben im Spiel steht im Zentrum dieser Theaterform.
Theatersport
Das "sportlichste" ImproTheater. Mit Schiedsrichter, fanatischen Fans, gelben Karten, etc. Zwei oder mehr Teams messen sich in ihrem Improvisationskönnen und das Publikum entscheidet nach jeder Szene über deren Wert. Am Ende siegt das Team mit den meisten Publikumspunkten, oder es kommt ganz anders - eine fachkompetente Jury hat auch noch ein Wort mitzureden.
Der Star ist die Mannschaft
Bei jeder Form von improvisiertem Theater müssen die SpielerInnen die Eitelkeit ablegen, eine "gute Figur" machen zu wollen. Was zählt, sind die erste Idee und das Vertrauen, dass sich daraus mit den Mitspielern eine Geschichte ergibt. ImproTheater erfordert eine enge Teamarbeit der Mitspieler. Nicht die genialen Ideen des Einzelnen, sondern das Zusammenfügen aller kreativen Beiträge der Spieler macht diese Theaterform für Spieler und Zuschauer interessant. Je spontaner die Schauspieler auf die Inputs des Publikums reagieren, desto spannender werden Geschichten erzählt, werden Helden erfunden, gequält und erlöst.
Theorie und Hintergründe
Keith Johnstone wurde 1933 in Großbritannien geboren. 1956 bis 1966 arbeitete er als Dramaturg am LondonerRoyal Court Theatre, wo er die legendäre Autorenwerkstatt leitete, der Dramatiker wie John Arden, Edward Bond und Arnold Wesker angehörten. 1971 ging er nach Calgary, Kanada. Dort unterrichtete er an der staatlichen Schauspielschule und leitete das von ihm gegründete Loose Moose Theatre, Heimat einer ganz besonderen theatralen Bewegung: des Theatersports.
"Man könnte natürlich sagen, Theatersport ist nichts für Intellektuelle, nichts für große, von Regiekonzepten erleuchtete Staatstheatermimen. Sollte es aber sein!. Als Keith Johnstone diese Form von Sports play Ende der 50er Jahre in London entwickelte, da ging es ihm um die Wiederentdeckung des verschütteten kindlichen Denkens, um die Ausschaltung des sperrigen Intellekts, der den Schmarrn einfach nicht zulassen will."
[Moritz Rinke in Theater heute]